Die Entscheidung: Wann GKV, wann PKV?
| Ihre Situation | Empfehlung | Begründung |
|---|---|---|
| Unter 35, gesund, Einkommen über 3.000 Euro stabil | PKV prüfen | Beitrag oft deutlich unter GKV-Höchstbeitrag |
| Gründungsphase mit unsicherem Einkommen | GKV | Beitrag passt sich an, Mindestbeitrag 278 Euro |
| Familie geplant oder vorhanden | GKV prüfen | Familienversicherung: Ehepartner und Kinder beitragsfrei (bis 538 Euro) |
| Über 45 | GKV oft besser | PKV-Einstiegsbeitrag steigt mit dem Alter, Rückkehr ab 55 unmöglich |
| Vorerkrankungen | GKV | Keine Gesundheitsprüfung, keine Ablehnung |
Diese Tabelle ist eine Orientierung, keine pauschale Empfehlung. Ihre individuelle Situation kann von der Regel abweichen.
GKV für Gründer: Kosten und Vorteile
Der Mindestbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung liegt 2026 bei 278 Euro monatlich (mit Krankengeld-Wahltarif, 1 Kind). Die Mindestbemessungsgrundlage beträgt 1.318,33 Euro. Auch wenn Sie weniger verdienen, wird der Beitrag auf diesen Betrag berechnet.
Vorteile der GKV für Gründer: Der Beitrag sinkt mit dem Einkommen. Die Familienversicherung spart bei Ehepartner und Kindern mehrere hundert Euro pro Monat. Keine Gesundheitsprüfung. Krankengeld-Wahltarif für 0,6 Prozentpunkte mehr.
Nachteile: Alle Einkunftsarten fließen in den Beitrag ein (Miete, Kapital, nicht nur Gewinn). Der Höchstbeitrag von 1.261,32 Euro (kinderlos, 2026) wird bei höherem Einkommen schnell erreicht.
PKV für Gründer: Kosten und Vorteile
Der PKV-Einstiegsbeitrag hängt vom Alter ab: Unter 30 ab ca. 350 Euro, 30 bis 35 ab ca. 420 Euro, 35 bis 40 ab ca. 500 Euro, über 40 ab ca. 620 Euro (Komfort-Tarif, gesund).
Vorteile der PKV für Gründer: Beitrag unabhängig vom Einkommen (stabiler bei steigendem Verdienst). Umfangreichere Leistungen. Basisschutz-Anteil (79 %) steuerlich absetzbar.
Nachteile: Keine Familienversicherung (ca. 175 Euro pro Kind). Beitrag bleibt auch bei Einkommensschwankungen gleich. Gesundheitsprüfung erforderlich. Rückkehr in die GKV ab 55 Jahren praktisch unmöglich.
Die PKV-Beiträge steigen im Marktdurchschnitt um 3,3 % pro Jahr. Die GKV-Beiträge steigen ebenfalls durch regelmäßige Zusatzbeitragserhöhungen und jährlich steigende Beitragsbemessungsgrenzen.
Checkliste für Existenzgründer
• 90-Tage-Frist notieren: Freiwillige GKV-Weiterversicherung rechtzeitig beantragen (§ 9 SGB V)
• Einkommensprognose erstellen: Wie hoch wird Ihr Gewinn in den nächsten 12 Monaten?
• Familienplanung berücksichtigen: GKV-Familienversicherung vs. PKV-Einzelbeiträge
• Krankengeld-Wahltarif wählen (GKV) oder Krankentagegeld-Baustein (PKV)
• Bei PKV-Interesse: anonyme Risikovoranfrage vor dem formalen Antrag
• Kassenwechsel prüfen: Zusatzbeiträge reichen von 2,18 % bis 4,39 %