Warum steigen die PKV-Beiträge?
Die Beitragserhöhung in der privaten Krankenversicherung hat mehrere Ursachen: steigende Gesundheitskosten (neue Therapien, teurere Medikamente), längere Lebenserwartung (Versicherte beziehen länger Leistungen), niedrige Zinsen (Rückstellungen werfen weniger Rendite ab) und gesetzliche Vorgaben (BaFin prüft regelmäßig die Kalkulation).
Zum Vergleich: Auch in der gesetzlichen Krankenversicherung steigen die Kosten. Der Zusatzbeitrag wurde in den letzten Jahren regelmäßig angehoben (Spanne 2026: 2,18 % bis 4,39 %). Die Beitragsbemessungsgrenze steigt jährlich, was den GKV-Höchstbeitrag nach oben treibt. Beide Systeme werden teurer, die Mechanik ist unterschiedlich.
Ihre Optionen bei Beitragserhöhung
Option 1: Tarifwechsel nach § 204 VVG. Ihr stärkstes Recht. Wechseln Sie innerhalb Ihres Versicherers in einen günstigeren Tarif. Keine Gesundheitsprüfung, volle Altersrückstellungen. Ersparnis bis 40 %.
Option 2: Selbstbeteiligung erhöhen. Eine Erhöhung von 0 auf 600 Euro spart etwa 11 % Beitrag. Beachten Sie: Die spätere Senkung erfordert eine neue Gesundheitsprüfung.
Option 3: Beitragsentlastungstarif. Senkt den Beitrag ab einem festgelegten Alter (meist 65 oder 67) durch einen garantierten Abzug.
Option 4: Versicherer wechseln. Möglich, aber meist nachteilig: Sie verlieren einen Teil der Altersrückstellungen. Der Tarifwechsel innerhalb des Versicherers ist fast immer die bessere Lösung.
Sonderkündigungsrecht
Bei einer Beitragserhöhung haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Sie können den Vertrag innerhalb von zwei Monaten nach Zugang der Erhöhungsmitteilung kündigen. Nutzen Sie dieses Recht nur als letzten Ausweg, da ein Versichererwechsel mit dem Verlust von Altersrückstellungen verbunden ist.